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Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V.

Seit seiner Gründung im Jahr 1985 organisiert und unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ideell und materiell regionale Vereine, die sich sinngemäß mit dem Thema „Heimatpflege“ beschäftigen.

Heimatpflege im Sinne des Arbeitskreises bedeutet, mit ehrenamtlichem Engagement den wiedererkannten hohen Stellenwert der „Heimat“ in einer durch gegenseitiges Verständnis wieder zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind keine Gegensätze mehr.

Der Arbeitskreis engagiert sich vor allem dafür, den hier lebenden und den hinzugezogenen Mitbürgern ein heute zum Teil verlorengegangenes Heimatgefühl wieder zu vermitteln und zu stärken.

Heimatpflege umfasst heute unter anderem Bereiche wie Schutz und Pflege der Natur und Landschaft, Erhaltung historischer Bausubstanz, die Pflege der Volksmusik, des Volkstanzes, des Chorgesangs, der Trachten und der Mundart, sowie der Heimatgeschichte, der Heimat- und Freilichtmuseen, der Volks- und Landeskunde, des Volksbrauchtums und die Belange der Heimatvertriebenen. Diese Spannweite der Aufgaben zeigen, dass sich der Begriff „Heimatpflege“ geweitet und versachlicht hat und von vielen neu gesehen wird.

 

 

Ausschreibung Wettbewerb „Vorbildliche Dorfwirtschaft“

Unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Klaus Tappeser schreibt der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungspräsidium Tübingen e. V. zum fünften Mal den Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus“ aus. Alle Betreiber von (Dorf-)Gasthäusern aus dem Regierungsbezirk Tübingen können sich bis zum 30. April 2025 für den Wettbewerb anmelden.

Pressemitteilung Regierungspräsidium Tübingen

Gasthäuser sind traditionell wichtige Orte der Begegnung und Kommunikation, vor allem in den Kommunen im Ländlichen Raum. Sie fördern den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihren Gemeinden. Umso mehr ist zu bedauern, dass ihre Zahl in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist, die Pandemie kam erschwerend hinzu.

(Dorf-)Gasthäuser sind als zentrale Orte für den vielfältigen Austausch der Bürgerschaft ein Stück gelebte Heimat. Um den Fortbestand als Treffpunkt zu sichern, sollten sie durch attraktive Angebote und innovative Konzepte die Menschen aller Altersgruppen vor Ort ansprechen. Dies kann gelingen, indem sie sich beispielsweise durch Musikveranstaltungen, Mundartabende, Beiträge zur Dorfgeschichte oder sonstige heimatkundliche Aktivitäten, aber auch durch besondere gastronomische Angebote einem möglichst breiten Publikum öffnen.

Dem Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ist es ein Anliegen, diese Entwicklung zu unterstützen. Mit dem Wettbewerb möchte der Arbeitskreis (Dorf-)Gasthäuser auszeichnen, in denen sich die Gäste – aus nah und fern – wohlfühlen und gerne einkehren.

Der Wettbewerb wird in der Regel alle zwei Jahre durchgeführt. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises Heimatpflege und anderen mit der Heimatpflege und Heimatkunde verbundenen Personen, wie beispielsweise Kulturwissenschaftler oder Gastronomiefachleute. Aspekte, wie das kulturelle Programm oder die bauliche und räumliche Ausstattung, auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, fließen in die Wertung mit ein. Ausgezeichnet werden jeweils bis zu drei Preisträger. Die Verleihung findet im Rahmen eines „Feschdle“ statt. Die Gewinner erhalten eine Urkunde, eine Plakette und eine Stele. Interessenten können sich an die Geschäftsstelle des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. beim Regierungspräsidium, Referat 23, Konrad-Adenauer-Straße 20, 72072 Tübingen, wenden. Die Bewerbungsfrist endet am Mittwoch, 30. April 2025. Nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen gibt die Geschäftsstelle des Arbeitskreises.

Der Arbeitskreis freut sich auch über Tipps und Vorschläge von Gasthausbesuchern, die „ihr“ Gasthaus für den Wettbewerb empfehlen.

Hintergrundinformation:

Der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V. ist der Dachverband, der in der Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen tätigen Organisationen und Verbände. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege Vereine und Verbände, die sich mit der Heimat und der Heimatpflege beschäftigen.

Heimatpflege bedeutet für den vorwiegend ehrenamtlichen Arbeitskreis, den hohen Stellenwert der Heimat in einer zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind in einer globalisierten Welt keine Gegensätze. Der Begriff „Heimat“ wird weit und offen gefasst, er umfasst nicht nur Erinnerungskultur. Heimat ist keinesfalls Reservat für wenige, sondern bietet Raum für viele.

Hinweis für Rückfragen:
Für Fragen zum Wettbewerb steht die Geschäftsstelle des Arbeitskreis im Regierungspräsidium zur Verfügung.

Ausschreibung herunterladen

Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum“ 2024

Die Preisträger

Obstbaumuseum Glems

Das Obstbaumuseum Glems ist in der ehemaligen Glemser Weinkelter. Bereits im Mittelalter wurde in Glems Wein angebaut, während der Obstbau und die damit verbundene Mostherstellung erst im 17. Jahrhundert begann.

Die ersten Planungen für das Obstbaumuseum begannen im Jahr 2002. Im März 2003 wurde ein Förderverein gegründet, ein Jahr später wurde das Museum eingeweiht. Seitdem betreut der Förderverein das Museum und bietet Führungen und Bewirtungen an.

Mit viel Liebe zum Detail kennzeichnet das Obstbaumuseum seine Ausstellung. In der alten Glemser Kelter bekommen Sie Lust, selbst zur Presse zu greifen, um Ihren eigenen Apfel- oder Birnensaft zu machen. Interessant, sachkundig und anschaulich führt die Ausstellung durch Hintergründe und Besonderheiten der Streuobstkultur. Besucher erhalten einen Überblick über alle Schritte der Bepflanzung und Verarbeitung. Mosten, Schnapsbrennen, Einwecken, Dörren und das Einkochen von Marmelade sind einerseits museal präsentiert, andererseits können die Produkte dieser traditionsreichen Haltbarmachung und Verarbeitung von Obst auch in der Gaststube des Museums verköstigt und im kleinen Museumslädle gekauft werden.

Der Förderverein Obstbaumuseum besteht aus rund 100 Mitgliedern. Menschen die sich für ihre Heimat, die Natur und die Erhaltung der Obstbaukultur einsetzen. Der aktive Teil des Vereins kümmert sich um den Erhalt des Keltergebäudes mit den dazugehörigen Außenanlagen, die Ausstellungsstücke, sowie den Veranstaltungsbereich mit Küche und Mostkeller. Die Pflege des Birnenweges, wie auch der Betrieb der Mosterei mit der vereinseigenen Erhitzungsanlage für „bag in box“ obliegt ebenfalls dem Verein. Momentan wird die Mosterei von einem Vereinsmitglied in Eigenregie gegen entsprechende Abgabe betrieben. Die Hauptaufgabe des Vereins ist es jedoch das Obstbaumuseum mit Leben zu füllen. Dies geschieht zum einen durch wiederkehrende, öffentliche Veranstaltungen mit Bewirtung oder durch das Öffnen des Museums an Sonn- und Feiertagen von Anfang April bis Ende Oktober. Führungen von ganzen Gruppen werden ebenfalls mit Bewirtung durchgeführt.

In der Summe, Breite und Vielfalt der Aktivitäten ist ein besonders eindrucksvolles ehrenamtliches Engagement zu spüren, welches das Gesicht des Obstbaumuseums heute prägt und trägt. Das Obstbaumuseum steht auf einem starken Fundament – auch für die Zukunft.


Museum im Amannhof in Rottenburg

Am 22. Juli 2022 wurde mit dem Gebäude Amannhof 11 in Rottenburg ein neues stadthistorisches Museum eröffnet. Das Gebäude wurde in den Jahren 1715 bis 1719 im Bereich des Bühler Hofes, einem Adelshof in der Südostecke der Altstadt, als Gefängnisturm des vorderösterreichischen Oberamts Rottenburg erbaut.

Ursprünglich beinhaltete das unmittelbar an die Stadtmauer anschließende dreigeschossige Steinhaus bis zu 18 Arrestzellen unterschiedlicher Art. Nach Errichtung eines neuen Gefängnisses in den Jahren 1829 bis 1832 wurde das Gebäude 1833 verkauft und in ein Ackerbürgerhaus umgewandelt. Glückliche Umstände führten dazu, dass das Gebäude von der Stadt Rottenburg erworben und dem Sülchgauer Altertumsverein (SAV) zur Einrichtung eines neuen stadthistorischen Museums zur Verfügung gestellt werden konnte. Bei der durch den SAV durchgeführten und finanzierten Sanierung wurden die Spuren der einstigen Nutzung behutsam gesichert und die Räume mit Gegenständen aus der umfangreichen Sammlung des SAV ausgestattet.

Präsentiert werden Facetten der Stadtgeschichte, wie das mittelalterliche Stadtquartier, Strafvollzug und Justiz, Bürgerliche Wohnkulturen, Handwerk und mehr. Die inhaltliche Planung des jüngsten Museums in Rottenburg unter dem Stichwort „Kerker, Handwerk, Wohnkulturen“ war ein gemeinsames Projekt der ehrenamtlichen Mitglieder des Vorstands des SAV.

Die Arbeit für das Museum geschieht ehrenamtlich, intensiv und langfristig, zusammen mit der Stadt Rottenburg: Das ist „vorbildlich“ und daher preiswürdig.

Weinbaumuseum Metzingen

Das Weinbaumuseum Metzingen erhält einen Anerkennungspreis „Digitales Museum“. Das Museum wurde 1979 eröffnet. Es ist eines der interessantesten Externer Link:Weinbaumuseen im Land, das mit seinen zusammengetragenen Exponaten aus Metzinger Familien und Umgebung das frühere Leben und die Externer Link:Weinbau-Technik bis in die heutige Zeit dokumentiert.

27 Stationen erzählen über die lokale und regionale Weinbaugeschichte und die aufgestellten Exponate nehmen die Besucher mit zurück bis in das
11. Jahrhundert. „Räumerkarren“, „Wengertschütz“, oder der über 350 Jahre alte, 12 Meter lange und 6 Meter hohe „Kelterbaum“ sind dabei interessante Zeitzeugen.

Das Museum befindet sich in der Herrschaftskelter am Kelterplatz in Metzingen. Der Kelterplatz mit seinen sieben Keltern wird häufig als das Wahrzeichen der Stadt bezeichnet.

Seit 2024 gibt es im Weinbaumuseum Metzingen einen digitalen Audio-Guide.

Dieser begleitet den Besuch des Weinbaumuseums über eine App. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein Smartphone mit Kopfhörer.

Mit diesem digitalen Museumsführer erhält man viele spannende Informationen zu allen Ausstellungsstücken, entweder zum Nachlesen oder durch Vorleser – in Deutsch, Englisch und Französisch.

Benedict-Nimser-Museum Wilhelmsdorf

Das Benedict-Nimser-Museum Wilhelmsdorf erhält einen Anerkennungspreis „Digitales Museum“. Die besondere und rührende Geschichte von Wilhelmsdorf wurde über viele Jahre in dem letzten original erhalten Siedlerhaus erzählt.

Dieses wurde seinerzeit von Benedict Nimser bewohnt. Das Haus wurde in den Jahren 1825 bis 1826 erbaut. Der Haustyp entspricht der ursprünglichen Hausform nach dem alle Wilhelmsdorfer Häuser ab 1824 erbaut wurden. Die Vorgabe des Solidariums für die Häuser war einstöckig und gleiche Größe.

Benedict Nimser kam aus Schlesien und ließ sich am Ende seiner Wanderjahre 1826 in Wilhelmsdorf nieder. Nimser war Gemeinderechner in Wilhelmsdorf und hatte in der wirtschaftlich schwierigen Zeit von Wilhelmsdorf die undankbare Aufgabe, das Geld zu verwalten. Er prägte die Aussage: „Gott ist den Armen am Nächsten.“

Das Haus in der Zußdorfer Straße, direkt an der Rotach gelegen, erhielt den Namen „Benedict Nimser Haus“. Das Gebäude beherbergte bis 2020 ein Museum als Erinnerungsstätte über die Geschichte von Wilhelmsdorf.

Aus ökonomischen Gründen, aber auch, um die Zeitgeschichte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ist aus diesem örtlichen Museum im Jahr 2022 ein digitales Museum entstanden.

Auf der Homepage  Externer Link:www.nimser-haus.de können Jung und Alt einen virtuellen Rundgang durch das Haus machen und sich barrierefrei in die Zeit der Gründungsväter hineinversetzen lassen.

Die digitale Führung leitet durch jeden Raum des ehemaligen Nimser-Hauses und veranschaulicht anhand der Möbel und Gegenstände das Leben, das die ersten Siedler geführt haben.

Etwas sehr Besonderes ist die Kinderführung, die in einfachen Worten und zum Teil auch in spannenden Geschichten die Inhalte vermittelt.

Heimattage

Seit 1978 sind Städte und Gemeinden im ganzen Land Ausrichter der Heimattage Baden-Württemberg.

Durch den jährlichen Wechsel wird immer eine andere Region mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Die Heimattage wollen das Verständnis für Heimat vertiefen und das Wir-Gefühl der Menschen in Baden-Württemberg stärken. Die Heimattage bieten über das ganze Jahr hinweg für Jung und Alt eine Reihe von Veranstaltungen. Diese sind sowohl Schaufenster für die veranstaltende Gemeinde als auch für das vielfältige Angebot aus dem ganzen Land.

Die Heimattage Baden-Württemberg sind bis 2029 vergeben: 2025: Weinheim; 2026: Oberkirch; 2027: Villingen-Schwenningen; 2028: Herrenberg; 2029: Crailsheim.

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