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Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V.

Seit seiner Gründung im Jahr 1985 organisiert und unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ideell und materiell regionale Vereine, die sich sinngemäß mit dem Thema “Heimatpflege” beschäftigen.

Heimatpflege im Sinne des Arbeitskreises bedeutet, mit ehrenamtlichem Engagement den wiedererkannten hohen Stellenwert der “Heimat” in einer durch gegenseitiges Verständnis wieder zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind keine Gegensätze mehr.

Der Arbeitskreis engagiert sich vor allem dafür, den hier lebenden und den hinzugezogenen Mitbürgern ein heute zum Teil verlorengegangenes Heimatgefühl wieder zu vermitteln und zu stärken.

Heimatpflege umfasst heute unter anderem Bereiche wie Schutz und Pflege der Natur und Landschaft, Erhaltung historischer Bausubstanz, die Pflege der Volksmusik, des Volkstanzes, des Chorgesangs, der Trachten und der Mundart, sowie der Heimatgeschichte, der Heimat- und Freilichtmuseen, der Volks- und Landeskunde, des Volksbrauchtums und die Belange der Heimatvertriebenen. Diese Spannweite der Aufgaben zeigen, dass sich der Begriff “Heimatpflege” geweitet und versachlicht hat und von vielen neu gesehen wird.

 

 

Preisverleihung Heimatmuseum 2018/2019

Wettbewerb Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019

Das Museum Ehingen und das Museum im Bock, Leutkirch erhalten den Preis „Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019“. Das Heimatmuseum Reutlingen erhält die Anerkennung „Digitales Museum“.

In einer Feierstunde wurden am 01. Februar 2019 drei Museen von Regierungspräsident Klaus Tappeser und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege, Harald Neu, im Bürgerhaus „Oberschaffnei“ in Ehingen ausgezeichnet. Der mit jeweils 2.500 Euro dotierte Preis „Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019“ wurde an das Museum Ehingen und das Museum im Bock, Leutkirch verliehen. Eine weitere, mit 1.000 Euro dotierte, Auszeichnung als „Digitales Museum“ erhielt das Heimatmuseum Reutlingen. Der Museumswettbewerb wird alle zwei Jahre vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V., dessen Geschäftsführung beim Regierungspräsidium Tübingen liegt, veranstaltet. Er fand dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt, dieses Mal allerdings unter dem neuen Namen „HEIMAT – vorbildlich im MUSEUM“.

Die Jury hat unter Leitung des Arbeitskreisvorsitzenden Karlheinz Geppert (Rottenburg am Neckar) die Preisträger unter einer Reihe hervorragender Bewerbungen aus dem Regierungsbezirk Tübingen ausgewählt. Als Sachverständige war erneut Frau Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger Mitglied der Jury.

Für die Auszeichnungen war vor allem das vielfältige innovative Engagement der überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter maßgeblich, die durch kreative Ideen und Projekte ihr Museum lebendig und attraktiv präsentieren und zu reichhaltigem Erfahrungsaustausch anregen.

Zu den einzelnen Preisträgern: 

Das „Museum Ehingen“, seit 1985 im stattlichen „Neuhaus“ des ehemaligen städtischen Spitals untergebracht, ist ein markanter Zeuge der mittelalterlichen Bedeutung der Donaustadt. Als Stadtmuseum beeindruckt es durch seine Größe, Vielfalt und Qualität.

Das Museum zeugt von dem hohen Stellenwert, den die Große Kreisstadt Ehingen der Kultur beimisst, die unverzichtbar für die Menschen und ihre Identifikation mit der Stadt ist. Die „Museumsgesellschaft Ehingen e.V.“, deren bürgerschaftliche Wurzeln bis ins Jahr 1908 reichen, ist eine große Unterstützung für die Stadt. Das Verhältnis zwischen Stadt und Museumsgesellschaft ist von großer Wertschätzung und professioneller Sorgfalt geprägt, wovon sowohl das Museum als auch das Stadtarchiv, heute im ehemaligen Franziskanerkloster, profitieren. Beide kooperieren eng und gut miteinander, ebenso mit den örtlichen Vereinen. Das zeigen die laufend aktualisierte Dauerausstellung ebenso wie die Sonderausstellungen und die vielseitigen Angebote im Jahresprogramm.

In der Breite und Vielfalt der Aktivitäten ist ein eindrucksvolles ehrenamtliches Engagement zu spüren, welches das Gesicht des Museums Ehingen prägt und trägt: von der Stadt und der Bürgerschaft vorbildlich unterstützt, steht das Museum Ehingen auf einem starken Fundament – auch für die Zukunft.

Das „Museum im Bock“ in der alten Reichsstadt Leutkirch im Allgäu stellt ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Stadtmuseum dar.

An der oberen Stadtmauer, im prächtigen ehemaligen „Gasthaus zum Bock“ untergebracht, umfasst es heute ein imposantes Areal zur Stadtgeschichte. Dies gilt zunächst für das Gebäude selbst, das vom Verein „Heimatpflege Leutkirch e.V.“, erworben, restauriert und in ein Museum umgewidmet wurde: So wurde über Jahrzehnte hinweg in ehrenamtlicher Tätigkeit das Stadtmuseum gebaut – bei zugleich laufendem Ausstellungs- und Museumsbetrieb und einem aktiven Vereinsleben, das im Kulturleben von Stadt und Region eine prominente Rolle spielt.

„Stadtmuseum“ ist für das „Museum im Bock“ eine fast zu profane Bezeichnung. Das Museum hat viele Funktionen, die es – in personeller Verflechtung der „Heimatpflege Leutkirch“, seiner Gründer und Träger – professionell und zugleich kreativ angeht. Anders ließen sich Museums- und Kulturarbeit in Stadt und Region nicht meistern, denn im „Museum im Bock“ sind Aufgaben vereint, die in größeren Städten eigene Institutionen erfordern. Der „Bock“ erfüllt Aufgaben der Stadtgeschichte, Denkmalpflege, Stadtsanierung und –planung und  ist somit ein Zentrum der Stadt- und Regionalkultur.

Besonders eindrücklich ist die Breite der im Museum angegangenen Themen. Die große Fläche des Museums bietet neben der Dauerausstellung Themen der Handwerks-, Textil- und Technikgeschichte, zu Schule, Kindheit und Zeitgeschichte, die zum Teil neu aufgearbeitet wurden.
So wird „Die Geschichte der Muna Urlau. Die Munitionsanstalt im Urlauer Tann“, als Ausstellung mit Originalen und Begleitband präsentiert – ein bis dahin ruhendes, heikles Thema, das nun Teil der ständigen Ausstellung im Museum ist. Dass diese Arbeit ehrenamtlich, im Verbund von Profis und Amateuren auch zusammen mit jungen Menschen geschieht: das ist „vorbildlich“ und daher preiswürdig.

Das „Heimatmuseum Reutlingen“ erhält die Anerkennung
„Digitales Museum“ für seine Ausstellung „RTimBiId. Reutlingen mit dem Smartphone. Dein Blick. Deine Stadt“.

Mit dieser Sonderausstellung geht ein klassisches Stadtmuseum mutig neue Wege, um Menschen in der Stadt zu gewinnen, denen solch ein traditioneller Kulturort bisher eher fremd war. „Instawalk“, ein „digitaler Spaziergang im Haus“, spricht neue, besonders jüngere Besucher an und verbindet sie: so wird ein Link geschaffen zwischen der Stadt draußen, ihren Bewohnern und den Dingen im Museum. Der Aufruf, eigene Smartphone-Fotos einzureichen, erreichte viele junge, museumsferne Menschen und auch neu Zugezogene. Ihre Bilder –oft ganz ungewohnte und doch alltägliche Blicke auf die Stadt – wurden ohne Beschriftung in die vorhandene Dauerausstellung integriert. Diese Irritation bewirkte Neugier, Austausch und Kommunikation: im Museum, mit den Museumsleuten und Besuchern ebenso wie draußen, außerhalb der Museumsmauern. Workshops zur kreativen Bildbearbeitung wurden für Schulklassen und Schüler ab 14 Jahren angeboten – für Kleine gab es Guckkasten-Basteln und Fotosafaris.

„Die Stadt und ihr Gesicht“ ist durch diese Ausstellung auf ganz neue Weise zum Thema geworden. Ihr digitaler Zugang war ein „Open access“ im besten Sinne: ein offener Workshop und ein Prozess, der – so der Plan des Museums – weitergehen, die Sammlungen erweitern und bereichern soll, als zugleich altes wie neues Thema von Museen: es geht um die Stadt als Heimat.

Bilder von der Preisverleihung

Ausschreibung Wettbewerb “Vorbildliche Dorfwirtschaft”

Unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Klaus Tappeser hat der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungspräsidium Tübingen e. V. zum dritten Mal den Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus“ eröffnet. Alle Betreiber von (Dorf-)Gasthäusern aus dem Regierungsbezirk Tübingen können sich bis zum 31. Mai 2019 für den Wettbewerb anmelden.

„Gasthäuser sind traditionell wichtige Orte der Begegnung und Kommunikation, vor allem in unseren Gemeinden im Ländlichen Raum. Sie fördern den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihren Gemeinden. Umso mehr ist zu bedauern, dass ihre Zahl in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist,“ sagte Herr Regierungspräsident Klaus Tappeser zum Start des Wettbewerbs.

Gegen diesen rückläufigen Trend setzen viele Betreiber auf Konzepte, die die Attraktivität ihres (Dorf-)Gasthauses als Begegnungsstätte für die Menschen im Ort erhalten und steigern. Dazu zählen beispielsweise musikalische oder Mundart-Veranstaltungen, Kabarett, Theater, Ausstellungen oder Beiträge zur Dorfgeschichte, die das „Miteinander“ fördern. Auch ein Generationenmittagstisch oder die Auslieferung von Mittagessen sind nicht nur für die Gemeinschaft eines Ortes sinnvoll, sondern erhöhen die Attraktivität der (Dorf-)Gaststätte für ein breiteres Publikum.

„Dem Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ist es ein Anliegen, diese Entwicklung zu unterstützen. Mit dem Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus“ zeichnet er daher (Dorf-)Gasthäuser aus, die die Heimatpflege und Heimatkunde fördern, indem sie Angebote für das „Miteinander“ machen, betonte Herr Regierungspräsident Klaus Tappeser.

Der Wettbewerb wird in der Regel alle zwei Jahre durchgeführt. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises Heimatpflege und anderen mit der Heimatpflege und Heimatkunde verbundenen Personen, wie beispielsweise Kulturwissenschaftlern oder Gastronomiefachleuten. Aspekte wie das kulturelle Programm oder die bauliche und räumliche Ausstattung, auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, fließen in die Wertung mit ein. Ausgezeichnet werden jeweils bis zu drei Preisträger. Die Verleihung findet im Rahmen eines „Feschdle“ statt. Die Gewinner erhalten eine Urkunde, eine Plakette und eine Stele. Interessenten können sich an die Geschäftsstelle des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. beim Regierungspräsidium wenden. Referat 23, Konrad-Adenauer-Straße 20, 72072 Tübingen. Die Bewerbungsfrist endet am Freitag, 31. Mai 2019. Nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen gibt die Geschäftsstelle des Arbeitskreises.

Wir freuen uns über Tipps und Vorschläge von Gasthausbesuchern, die „ihr“ Gasthaus bei uns für den Wettbewerb empfehlen.

Hintergrundinformation:
Der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V. ist der Dachverband der in der Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen tätigen Organisationen und Verbände. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege Vereine und Verbände, die sich mit der Heimat und der Heimatpflege beschäftigen.

Heimatpflege bedeutet für den vorwiegend ehrenamtlichen Arbeitskreis den hohen Stellenwert der Heimat in einer zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind in einer globalisierten Welt keine Gegensätze. Der Begriff „Heimat“ wird weit und offen gefasst, er umfasst nicht nur Erinnerungskultur. Heimat ist keinesfalls Reservat für wenige, sondern bietet Raum für viele.

Hinweis für Rückfragen:
Für Fragen zum Wettbewerb steht die Geschäftsstelle des Arbeitskreis im Regierungspräsidium zur Verfügung.

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Heimattage

Seit 1978 sind Städte und Gemeinden im ganzen Land Ausrichter der Heimattage Baden-Württemberg.

Durch den jährlichen Wechsel wird immer eine andere Region mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Die Heimattage wollen das Verständnis für Heimat vertiefen und das Wir-Gefühl der Menschen in Baden-Württemberg stärken. Die Heimattage bieten über das ganze Jahr hinweg für Jung und Alt eine Reihe von Veranstaltungen. Diese sind sowohl Schaufenster für die veranstaltende Gemeinde als auch für das vielfältige Angebot aus dem ganzen Land.

Die Heimattage Baden-Württemberg sind bis 2022 vergeben: 2018 finden sie in Waldkirch statt, 2019 in Winnenden, 2020 in Sinsheim, 2021 in Radolfzell am Bodensee und 2022 in Offenburg.

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