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Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V.

Die Preisverleihung an den Landgasthof “Zur Frohen Aussicht” in Kressbronn erfolgt am 17.04.2020 in Kressbronn. Die Auszeichnung für das Kultur-Restaurant “Lagerhäusle” in Frickingen erfolgt am 23.10.2020.

Seit seiner Gründung im Jahr 1985 organisiert und unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ideell und materiell regionale Vereine, die sich sinngemäß mit dem Thema “Heimatpflege” beschäftigen.

Heimatpflege im Sinne des Arbeitskreises bedeutet, mit ehrenamtlichem Engagement den wiedererkannten hohen Stellenwert der “Heimat” in einer durch gegenseitiges Verständnis wieder zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind keine Gegensätze mehr.

Der Arbeitskreis engagiert sich vor allem dafür, den hier lebenden und den hinzugezogenen Mitbürgern ein heute zum Teil verlorengegangenes Heimatgefühl wieder zu vermitteln und zu stärken.

Heimatpflege umfasst heute unter anderem Bereiche wie Schutz und Pflege der Natur und Landschaft, Erhaltung historischer Bausubstanz, die Pflege der Volksmusik, des Volkstanzes, des Chorgesangs, der Trachten und der Mundart, sowie der Heimatgeschichte, der Heimat- und Freilichtmuseen, der Volks- und Landeskunde, des Volksbrauchtums und die Belange der Heimatvertriebenen. Diese Spannweite der Aufgaben zeigen, dass sich der Begriff “Heimatpflege” geweitet und versachlicht hat und von vielen neu gesehen wird.

 

 

Preisverleihung vorbildliche Dorfwirtschaft 2019/2020

Preisverleihung für den Landgasthof „Köhlers Krone“ in Dächingen

Am Freitag, dem 8. November 2019,  überreich­ten Regierungsvizepräsident Utz Remlinger und Karlheinz Geppert, der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, den Preis an Alfons und Monika Köhler.

Die Preisverleihung fand im Rah­men eines von der kleinen Besetzung des Musikvereins Dächingen stim­mungsvoll umrahmten Festakts statt. Dabei wurden die Wirtschaft zum Schwanen in Blaubeuren mit einer Auszeichnung und das Gasthaus Hirsch in Starzach-Felldorf mit einer Anerkennung bedacht. Grußworte sprachen Regierungsvizepräsident Utz Remlinger, Ehingens Oberbür­germeister Alexander Baumann und Fritz Engelhardt, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in Baden-Württemberg.

Zur Feier der Preisübergabe in den Saal des Gasthofs geladen waren Stammgäste, Mitarbeiter und Lieferanten des Hauses. Rund 50 Men­schen aus dem Dorf und der Umge­bung finden in der Krone mit ihrem Hotelbetrieb und dem-zugehörigen Backhaus zeitweilig eine Beschäfti­gung. Gäste, die das Angebot des Hauses schätzen, kommen teilweise von weit her, um hier einen angeneh­men Aufenthalt zu genießen. Im April hatte der Arbeitskreis Heimat­pflege im Regierungsbezirk Tübin­gen den Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus“ ausgerufen. 30 Gast­häuser hatten daraufhin ihre Bewer­bung abgegeben. Eine Jury aus Mit­gliedern des Arbeitskreises, Kultur­wissenschaftlern, Experten des Ländlichen Raums und Gastrono­miefachleuten entschied über die Bewerbungen.

Es sei wichtig, dass Dorfgasthäu­ser erhalten bleiben, sagte Utz Rem­linger in Vertretung von Regierungs­präsident Klaus Tappeser. Familie Köhler habe vorgemacht, wie das durch die Entwicklung neuer Forma­te geht. Dabei gelte es, sich den er­hofften Umsatz hart zu erarbeiten.

Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann würdigte Dächingen als einzigen Ehinger Teilort mit einem prämierten Dorfgasthaus. Die Auszeichnung für Köhlers Krone sei mehr als verdient. Die Gastwirts­familie Köhler sei nicht stehen ge­blieben, sondern habe Neues ange­packt und Vorstellungen umgesetzt. „Die Krone in Dächingen ist ein Wirtshaus, wo man sich wohlfühlt“, sagte Alexander Baumann aus eige­ner Erfahrung und würdigte Alfons Köhlers Engagement als Ortsvorste­her von Dächingen und Mitglied des Ehinger Gemeinderats.

„Wenn nicht Köhlers Krone, wer dann?“, begrüßte Fritz Engelhardt; Vorsitzender des Hotel- und Gast­stättenverbands DEHOGA in Baden- Württemberg, die Entscheidung der Jury, dem erfolgreichen Unterneh­men im kleinen Albdorf den Preis zu­zusprechen. Meisterliches Niveau und hohe Qualität bescheinigte er dem aus einer Dorfwirtschaft alter Prägung entwickelten modernen Be­trieb. „Es braucht Unternehmer wie Alfons Köhler“, sagte Engelhardt in Bezug auf Tourismusvermarktung, Lebensqualität und Zukunftsper­spektiven des hiesigen Raums.

In Gasthäusern seien Vereine ge­gründet worden, würdigte Karlheinz Geppert den Ursprung vieler der im Arbeitskreis Heimatpflege als Dach­verband heimatpflegender Verbände erfassten Gemeinschaften. Funktio­nierende Wirtshäuser gelte es zu er­halten. Geppert begrüßte die Neube­lebung der Wirtschaft zum Schwa­nen in Blaubeuren und die Anpas­sung des Gasthauses Hirsch im Starzacher Teilort Felldorf zwischen Rottenburg und Horb an die Gege­benheiten des Ortes. „Wir sind nur ein traditionelles Dorfgasthaus“, be­schrieb Hirschwirtin Eva Duffner ih­ren dank der Mithilfe ihrer drei Söh­ne an drei Tagen in der Woche geöff­neten Familienbetrieb. Zarte Schweinelendchen mit hausgemachten Beilagen sind hier schon um 11,90 Eu­ro zu haben. Stammgäste bekommen den Hausschlüssel zur Selbstbedie­nung. Bei kleiner Speisekarte isst man auch im Schwanen in Blaube­uren hervorragend.

Bilder von der Preisverleihung

Preisverleihung Heimatmuseum 2018/2019

Wettbewerb Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019

Das Museum Ehingen und das Museum im Bock, Leutkirch erhalten den Preis „Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019“. Das Heimatmuseum Reutlingen erhält die Anerkennung „Digitales Museum“.

In einer Feierstunde wurden am 01. Februar 2019 drei Museen von Regierungspräsident Klaus Tappeser und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege, Harald Neu, im Bürgerhaus „Oberschaffnei“ in Ehingen ausgezeichnet. Der mit jeweils 2.500 Euro dotierte Preis „Vorbildliches Heimatmuseum 2018/2019“ wurde an das Museum Ehingen und das Museum im Bock, Leutkirch verliehen. Eine weitere, mit 1.000 Euro dotierte, Auszeichnung als „Digitales Museum“ erhielt das Heimatmuseum Reutlingen. Der Museumswettbewerb wird alle zwei Jahre vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e.V., dessen Geschäftsführung beim Regierungspräsidium Tübingen liegt, veranstaltet. Er fand dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt, dieses Mal allerdings unter dem neuen Namen „HEIMAT – vorbildlich im MUSEUM“.

Die Jury hat unter Leitung des Arbeitskreisvorsitzenden Karlheinz Geppert (Rottenburg am Neckar) die Preisträger unter einer Reihe hervorragender Bewerbungen aus dem Regierungsbezirk Tübingen ausgewählt. Als Sachverständige war erneut Frau Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger Mitglied der Jury.

Für die Auszeichnungen war vor allem das vielfältige innovative Engagement der überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter maßgeblich, die durch kreative Ideen und Projekte ihr Museum lebendig und attraktiv präsentieren und zu reichhaltigem Erfahrungsaustausch anregen.

Zu den einzelnen Preisträgern: 

Das „Museum Ehingen“, seit 1985 im stattlichen „Neuhaus“ des ehemaligen städtischen Spitals untergebracht, ist ein markanter Zeuge der mittelalterlichen Bedeutung der Donaustadt. Als Stadtmuseum beeindruckt es durch seine Größe, Vielfalt und Qualität.

Das Museum zeugt von dem hohen Stellenwert, den die Große Kreisstadt Ehingen der Kultur beimisst, die unverzichtbar für die Menschen und ihre Identifikation mit der Stadt ist. Die „Museumsgesellschaft Ehingen e.V.“, deren bürgerschaftliche Wurzeln bis ins Jahr 1908 reichen, ist eine große Unterstützung für die Stadt. Das Verhältnis zwischen Stadt und Museumsgesellschaft ist von großer Wertschätzung und professioneller Sorgfalt geprägt, wovon sowohl das Museum als auch das Stadtarchiv, heute im ehemaligen Franziskanerkloster, profitieren. Beide kooperieren eng und gut miteinander, ebenso mit den örtlichen Vereinen. Das zeigen die laufend aktualisierte Dauerausstellung ebenso wie die Sonderausstellungen und die vielseitigen Angebote im Jahresprogramm.

In der Breite und Vielfalt der Aktivitäten ist ein eindrucksvolles ehrenamtliches Engagement zu spüren, welches das Gesicht des Museums Ehingen prägt und trägt: von der Stadt und der Bürgerschaft vorbildlich unterstützt, steht das Museum Ehingen auf einem starken Fundament – auch für die Zukunft.

Das „Museum im Bock“ in der alten Reichsstadt Leutkirch im Allgäu stellt ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Stadtmuseum dar.

An der oberen Stadtmauer, im prächtigen ehemaligen „Gasthaus zum Bock“ untergebracht, umfasst es heute ein imposantes Areal zur Stadtgeschichte. Dies gilt zunächst für das Gebäude selbst, das vom Verein „Heimatpflege Leutkirch e.V.“, erworben, restauriert und in ein Museum umgewidmet wurde: So wurde über Jahrzehnte hinweg in ehrenamtlicher Tätigkeit das Stadtmuseum gebaut – bei zugleich laufendem Ausstellungs- und Museumsbetrieb und einem aktiven Vereinsleben, das im Kulturleben von Stadt und Region eine prominente Rolle spielt.

„Stadtmuseum“ ist für das „Museum im Bock“ eine fast zu profane Bezeichnung. Das Museum hat viele Funktionen, die es – in personeller Verflechtung der „Heimatpflege Leutkirch“, seiner Gründer und Träger – professionell und zugleich kreativ angeht. Anders ließen sich Museums- und Kulturarbeit in Stadt und Region nicht meistern, denn im „Museum im Bock“ sind Aufgaben vereint, die in größeren Städten eigene Institutionen erfordern. Der „Bock“ erfüllt Aufgaben der Stadtgeschichte, Denkmalpflege, Stadtsanierung und –planung und  ist somit ein Zentrum der Stadt- und Regionalkultur.

Besonders eindrücklich ist die Breite der im Museum angegangenen Themen. Die große Fläche des Museums bietet neben der Dauerausstellung Themen der Handwerks-, Textil- und Technikgeschichte, zu Schule, Kindheit und Zeitgeschichte, die zum Teil neu aufgearbeitet wurden.
So wird „Die Geschichte der Muna Urlau. Die Munitionsanstalt im Urlauer Tann“, als Ausstellung mit Originalen und Begleitband präsentiert – ein bis dahin ruhendes, heikles Thema, das nun Teil der ständigen Ausstellung im Museum ist. Dass diese Arbeit ehrenamtlich, im Verbund von Profis und Amateuren auch zusammen mit jungen Menschen geschieht: das ist „vorbildlich“ und daher preiswürdig.

Das „Heimatmuseum Reutlingen“ erhält die Anerkennung
„Digitales Museum“ für seine Ausstellung „RTimBiId. Reutlingen mit dem Smartphone. Dein Blick. Deine Stadt“.

Mit dieser Sonderausstellung geht ein klassisches Stadtmuseum mutig neue Wege, um Menschen in der Stadt zu gewinnen, denen solch ein traditioneller Kulturort bisher eher fremd war. „Instawalk“, ein „digitaler Spaziergang im Haus“, spricht neue, besonders jüngere Besucher an und verbindet sie: so wird ein Link geschaffen zwischen der Stadt draußen, ihren Bewohnern und den Dingen im Museum. Der Aufruf, eigene Smartphone-Fotos einzureichen, erreichte viele junge, museumsferne Menschen und auch neu Zugezogene. Ihre Bilder –oft ganz ungewohnte und doch alltägliche Blicke auf die Stadt – wurden ohne Beschriftung in die vorhandene Dauerausstellung integriert. Diese Irritation bewirkte Neugier, Austausch und Kommunikation: im Museum, mit den Museumsleuten und Besuchern ebenso wie draußen, außerhalb der Museumsmauern. Workshops zur kreativen Bildbearbeitung wurden für Schulklassen und Schüler ab 14 Jahren angeboten – für Kleine gab es Guckkasten-Basteln und Fotosafaris.

„Die Stadt und ihr Gesicht“ ist durch diese Ausstellung auf ganz neue Weise zum Thema geworden. Ihr digitaler Zugang war ein „Open access“ im besten Sinne: ein offener Workshop und ein Prozess, der – so der Plan des Museums – weitergehen, die Sammlungen erweitern und bereichern soll, als zugleich altes wie neues Thema von Museen: es geht um die Stadt als Heimat.

Bilder von der Preisverleihung

Heimattage

Seit 1978 sind Städte und Gemeinden im ganzen Land Ausrichter der Heimattage Baden-Württemberg.

Durch den jährlichen Wechsel wird immer eine andere Region mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Die Heimattage wollen das Verständnis für Heimat vertiefen und das Wir-Gefühl der Menschen in Baden-Württemberg stärken. Die Heimattage bieten über das ganze Jahr hinweg für Jung und Alt eine Reihe von Veranstaltungen. Diese sind sowohl Schaufenster für die veranstaltende Gemeinde als auch für das vielfältige Angebot aus dem ganzen Land.

Die Heimattage Baden-Württemberg sind bis 2022 vergeben: 2018 finden sie in Waldkirch statt, 2019 in Winnenden, 2020 in Sinsheim, 2021 in Radolfzell am Bodensee und 2022 in Offenburg.

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