Wettbewerb “Vorbildliches Dorfgasthaus 2019/2020”

Die Gewinner des aktuellen Wettbewerbs „Vorbildliches Dorfgasthaus“ des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. stehen fest. Eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises, Kulturwissenschaftlern, Experten des Ländlichen Raums und Gastronomiefachleuten hat über die Bewerbungen entschieden. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege Karlheinz Geppert gab am Freitag, den 19. Juli 2019 die Gewinner bekannt. Preisträger sind der Landgasthof Köhlers Krone in Ehingen-Dächingen und der Landgasthof „Zur Frohen Aussicht“ in Kressbronn. Eine Auszeichnung für ein besonderes Konzept erhalten die Wirtschaft zum Schwanen in Blaubeuren und das Kultur-Restaurant „Lagerhäusle“ in Frickingen-Altheim. Das Gasthaus Hirsch in Starzach-Felldorf erhält eine Anerkennung. Die Preisträger werden von Regierungspräsident Klaus Tappeser ausgezeichnet.

Zu den Preisträgern

Das Landgasthaus Köhlers Krone in Ehingen-Dächingen (Alb-Donau-Kreis) wird in dritter Generation geführt. Auszeichnungswürdig ist das Landgasthaus aufgrund der vielfältigen Angebote für die Dorfgemeinschaft in Dächingen (Landkreis Alb-Donau-Kreis): Geführte Wanderungen, gemütliche Grill- und Tanzabende „Essa&Danza“, Catering und ein Festsaal für Familienfeste, sind ebenso ein fester Bestandteil des Angebots, wie die Hof- und Backhausfeste, bei denen Direktvermarkter über regionale Lebensmittel, ihren Anbau und die Bezugsquellen informieren. Zu den ansässigen Vereinen, auch aus anderen Ortsteilen, besteht eine enge Bindung. In der Küche werden hochwertige Zutaten aus regionaler Erzeugung verwendet, im eigenen Biosphärenladen können regionale Produkte erworben werden. Ein Biergarten, ein Backhaus mit Schauküche, Tagungsräume und ein Hotel ergänzen das vielfältige Angebot.

Der Landgasthof „Zur Frohen Aussicht“ in Kressbronn (Bodenseekreis) ist eine traditionelle Wirtschaft mit eigenem Weingut und seit vielen Generationen (175 Jahre) durchgehend im Familienbesitz. Jung und Alt aus dem Umkreis treffen sich regelmäßig Sonntagmorgens nach der Kirche zum Sonntagsbier oder auch zum Stammtisch am Abend in der urtümlichen Gaststube. Neben Familienfeiern und Vereinstreffen, finden zahlreiche Veranstaltungen der Gemeinde, wie z.B. Wandertage aber auch Literaturveranstaltungen statt. Alles was hier serviert wird ist hausgemacht oder aus der Region; auf die Erzeugung und Verwertung eigener Produkte wird in dem Familienbetrieb großer Wert gelegt. Ausgeschenkt werden eigene Weine und Most. Zum Essen gibt es „Herzhaftes“ wie Hausgemachte Vesper, Wurstsalate, Tellersulze oder Flammkuchen. In der eigenen Brennerei werden „ausgezeichnete“ Brände hergestellt. Ferienwohnungen und Doppelzimmer runden das Angebot ab.

Auszeichnungen

Die Wirtschaft zum Schwanen in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) erhält eine Auszeichnung für ihr traditionelles und integratives Konzept. Die über Jahre hinweg geschlossene Wirtschaft wurde 2016 „wiederbelebt“, wobei ihr ursprünglicher Charme erhalten blieb. Abhängig von den wechselnden Angeboten des regionalen Marktes gibt es keine feste Speisekarte. Das gemeinsame Essen ist von zentraler Bedeutung. Serviert wird in Schüsseln oder auf dem Brett; einen „Nachschlag“ gibt es, bis jeder satt ist. Zwei junge Menschen mit Handicap unterstützen den Service.

Das Kultur-Restaurant „Lagerhäusle“ in Frickingen (Bodenseekreis) erhält eine Auszeichnung für sein integratives und kulturelles Konzept. Träger des Gasthauses ist die Camphil Schulgemeinschaft e.V., die hier eine ländliche und kulturelle Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen hat. Das Lagerhäusle steht bereits seit 25 Jahren für Gastronomie und Kultur, für Begegnung und Inklusion. Neben dem LagerLunch und anderen kulinarischen Köstlichkeiten, bietet das Lagerhäusle Raum für Musik- und Theaterveranstaltungen. Licht-, Ton- und Bildtechnik steht für Seminare und (Familien-) Feierlichkeiten zur Verfügung. Auch eine „Grillhütte“ sowie ein großzügiger Garten bieten tolle Möglichkeiten für Veranstaltungen und Feiern.

Das Gasthaus Hirsch in Starzach-Felldorf (Kreis Tübingen) erhält eine Anerkennung. Seit 1860 ist das Gasthaus ein Familienbetrieb. Bis 2016 wurde es in 4.Generation hauptberuflich betrieben. Seitdem wird die Gaststätte von den Nachkommen im Nebenerwerb weitergeführt, aus sozialer Verantwortung, um den Dorf-Treffpunkt zu erhalten. Alle aus der Familie helfen mit, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Begegnung – Zuhören – Miteinander ist die Devise.

Die beiden prämierten Dorfgasthäuser erhalten im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eine Stele/Urkunde.